Hauptmenü


Schulpartnerschaften

Unsere Schulpartnerschaft mit der Bethesda-English-High-School in Tezpur / Indien

 

Zwischen der Grundschule Ehrentrup und der Bethesda-English-High-School in der indischen Stadt Tezpur besteht seit dem Sommer 2004 eine Schulpartnerschaft, die durch Herrn Wolf-Dieter Schmelter, ehemaliger Schulreferent der Lippischen Landeskirche, vermittelt wurde. Herr Schmelter ist Vorsitzender des Lippischen Freundeskreises der Gossner Mission, deren Mitglieder sich besonders für die Adivasi in Indien einsetzen.


In jährlich stattfindenden Schulprojekten mit Gästen aus Indien (seit 2002),
durch den Austausch von persönlichen Briefen und Geschenken sowie durch die jährlich stattfindende Sternsingeraktion, in der für die Partnerschule um Spenden gebeten wird, machen alle Schülerinnen und Schüler der Grundschule Ehrentrup im Laufe ihrer Grundschulzeit vielfältige, nachhaltige Erfahrungen mit Menschen einer anderen Kultur und deren soziale Situation.

Für die Fotodokumentation der vergangenen Projekte bitte auf die entsprechenden Überschriften klicken:

Das Kennen lernen der indischen Kultur und Lebensweise eröffnet unseren Schülern und Schülerinnen  den „Blick über den Tellerrand“. Die Grundschüler erfahren in Projekten mit indischen Gästen, wie Menschen anderswo leben und lernen, sie hören von ihnen etwas über ihre soziale und wirtschaftliche Situation und sie erfahren, dass Kinder anderswo oftmals unter schlechten Bedingungen leben. Sie begreifen auch, dass wir helfen und unterstützen können, sei es durch Geldspenden oder durch entgegengebrachte Wertschätzung durch Briefe und Kontakte

Projekte mit indischen Gästen dienen dem Ausbau und der Vertiefung der partnerschaftlichen Beziehungen zu der Bethesda-English-High-School in Tezpur. Sie sensibilisieren die Schüler- und Elternschaft für den weiteren Ausbau der Kontakte zu der Partnerschule in Tezpur nachhaltig.

Die Projekte mit indischen Gästen und die Sternsingeraktionen sind Bestandteile des Schulprogramms der Grundschule Ehrentrup und werden seit nunmehr 8 Jahren jährlich regelmäßig durchgeführt.

 

Ausschnitt aus unserem Schulprogramm:

Nachhaltig lernen durch ein Netzwerk fächerübergreifender Unterrichtsprojekte im ritualisierten Jahreskreis

  • Festgelegte Lieder, Texte, Theaterstücke, Feste und Feiern, Veranstaltungen und Wochenprojekte begleiten die Schüler durch die Grundschulzeit
  • Jährlich wiederkehrende Rituale unterstützen das Lernen und sichern Lernerfolge
  • Projektarbeit in allen Fächern stärkt die Bedeutung des gesamten Grundschulfächerkanons
  • Durch Vernetzung einzelner Projekte vollzieht sich Sinnstiftung des Gelernten


Projektorientiertes Lernen im Einzelnen:

  1. Feste und Feiern zu religiösen Themen / Brauchtum: Laternenfest im November mit Liedern aus der bekannten Liederliste, Nikolausfeier mit Theaterstück und Liedern aus der Liederliste, Gedichten und Texten, Weihnachtsgottesdienst mit bekannten Liedern und Texten,  Sternsingeraktion im Januar (Fortsetzung des Weihnachtsgottesdienstes) (RU, MU, KU, D)
  2. Projekttag mit Besuchern aus Indien, einschließlich „Flug nach Indien“

 

Gäste aus Indien in unserer Schule

Seit 2002 sind regelmäßig Gäste aus Indien, die auf Einladung der lippischen Landeskirche an einem Besuchsprogramm in Deutschland teilnehmen, zu Besuch in der Grundschule Ehrentrup.

 

Planung und Durchführung des Besuchsprojektes

  • Material über Land und Leute
  • Briefe aus Indien (von einem Pfarrerehepaar), in denen das Alltagsleben in Indien besonders für Kinder in anschaulicher Weise beschrieben ist, werden im Unterricht vorbereitend besprochen.
  • Ein simulierter Flug nach Indien, der eine Woche vor dem Besuch der Gäste mit den Schülern des 3. oder 4. Jahrganges  durchgeführt wird und die Schüler auf Indien einstimmt
  • Besuchstag: Begrüßungsfeier mit Schülern im Forum, gemeinsames Frühstücken im Lehrerkollegium, Fragestunde der Schüler mit den indischen Gästen, Vorstellen indischer Kleidung und Anziehen von Saris und Dhotis, Kennen lernen indischer Haushaltsgegenstände, Singen eines Liedes in Hindi und vieles mehr ….
  • Zubereitung eines indischen Gerichtes mit einer in Lippe lebenden Inderin und gemeinsames Essen nach indischer Art

 

1. Projekttag: Flug nach Indien

Die Kinder werden durch die Ankündigung, gemeinsam nach Indien zu fliegen, um Menschen in diesem Land kennen zu lernen, auf die Thematik eingestimmt. Sie sind gespannt, denn sie können sich das Unternehmen nicht recht vorstellen. Der simulierte Flug wird wirklichkeitsnah durchgeführt: Vor dem „Abflug“ erfolgt ein Sicherheitscheck, Ranzen werden auf spitze Gegenstände hin kontrolliert, die Kleidung wird mit einem Detektor auf Metallgegenstände hin untersucht. Nach den „Kontrollen“ suchen die Kinder mit Hilfe einer „Boarding-Card“  ihre Plätze im Flugzeug (umgeräumtes Klassenzimmer) auf und werden anschließend von dem Piloten in der Maschine, Herrn Schmelter, begrüßt.

Anhand von Dias aus Indien erhalten die Kinder während des „Fluges“ viele Informationen über das reiche und arme Land, über Transportmittel in den Städten und in den Dörfern, über Häuser, Lebensgewohnheiten, Schule, Tiere (Elefanten, das harte Arbeiten auf dem Land, Kinderarbeit und auch über das Gemeindeleben (z. B. Gottesdienste) dort lebender Christen.

Die Kinder empfinden die Situation an Bord durch die interessante Berichterstattung jedes Mal als Wirklichkeit: Noch Wochen später fragen sie: “Wann fliegen wir wieder nach Deutschland zurück?“

Aufgrund dieser ersten Begegnung mit dem anderen Land entwickeln die Schüler im Unterricht viele Fragen, die sie den Gästen eine Woche später stellen. Durch die intensive Beschäftigung mit der Thematik im Unterricht wird eine große Erwartungshaltung bei den Schülern aufgebaut. Vor allem beeindrucken die Briefe von Pfarrer Hecker aus Indien die Kinder immer wieder.

2. Projekttag: Besuch der Gäste aus Indien
Die Gäste aus Indien werden im Forum unserer Schule durch den Schulleiter, Herrn Rochow, begrüßt. Das Begrüßungsprogramm wird u. a. durch den Schulchor bereichert, der Lieder in deutscher und englischer Sprache vorträgt und die Gäste mit einbezieht. Z.B.: „Geht  einer auf den andern zu und lädt ihn zu sich ein...“.  Die Schüler singen ein Lied in Hindi vor. Es folgen Aufführungen verschiedenster Art durch die Schüler und Begrüßungsansprachen durch die Gäste, auch Tänze oder Liedvorträge.

 

Es schließen sich Projekte in den Klassenzimmern an:

  • Im Stuhlkreis werden viele Fragen gestellt und von den Gästen beantwortet.
  • Die Gäste stellen indische Kleidung vor. Die Kinder dürfen in Sari und Dhoti schlüpfen.
  • Gegenstände aus dem Alltag (Töpfe, Vasen, Körbe, Besen...) werden gezeigt und erklärt, Töpfe und Körbe auf dem Kopf getragen, Hindi-Schriftzeichen werden demonstriert, die Kinder können kleine Sätze in Hindi aufschreiben oder auch versuchen diese nachzusprechen.
  • Zeitlich parallel bereiten Eltern zusammen mit einer Inderin ein indisches Essen vor, das aus Gemüse (Blumenkohl, Zwiebeln, Kartoffeln), Gewürzen  und Reis besteht.


Nach Abschluss der Projekte in den Klassenzimmern wird gemeinsam gegessen.
Am Ende eines Projektmorgens versammeln sich alle zum Abschied noch einmal im Forum, singen oder tanzen zum Abschluss und überreichen jedem Gast ein Erinnerungsgeschenk, u. a. ein Erinnerungsbuch, das in den Wochen vorher im Deutsch- und Kunstunterricht angefertigt wird. Die Bücher enthalten Fotos von unserer Schule und zeigen unser buntes Schulleben. Schüler und Schülerinnen schreiben kleine Berichte über sich selbst und ihre Familie, die auch ins Englische übersetzt werden. Wir haben z. B. immer wieder deutsche Gedichte aufgeschrieben oder kleine Basteleien eingeklebt.


Seit 2002 finden diese Projekte regelmäßig in unserer Schule statt, insgesamt bis jetzt acht mal.


Diese Projekte mit Gästen aus Indien sind Bestandteil des evangelischen und katholischen Religionsunterrichtes, des Deutsch- und Kunstunterrichtes unserer Schule. Sie werden jeweils in 3. und 4. Klassen mit allen Kindern (evangelisch, katholisch wie moslemisch) durchgeführt. Sie dauern mit Vor- und Nachbereitung mehrere Tage und wirken immer dann besonders nachhaltig, wenn Monate später Post aus Indien kommt, über die sich die Kinder sehr freuen und die sie mit großem Interesse lesen.

Die Schüler erfahren an diesen Tagen von den Gästen aus Indien die andere Lebensweise und lernen diese schätzen. Sie hören von dem reichen Indien und von den Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen und benachteiligt sind. Sie lernen, dass Menschen aus Deutschland um die Not vieler Menschen in Indien Bescheid wissen und diese unterstützen.

 

1. Partnerschaft zwischen der Grundschule Ehrentrup und der Bethesda- English-High-School in Tezpur


2. Wie alles begann:
Wir formulierten in einem Brief unseren Wunsch nach dem Aufbau einer Partnerschaft mit einer indischen Schule, den wir Bischof Lakra aus Assam, der uns im Juni 2004 besuchte, mit auf den Weg gaben. Einige Wochen später bekamen wir die Adresse der English-Betheda-High-School in Tezpur. Wir packten ein kleines Päckchen mit Briefen und Material über unsere Schule, das wir der Reisegruppe, die sich in den Herbstferien mit Herrn Schmelter auf den Weg nach Indien machte, mitgaben, um es an die Schule in Tezpur weiterzuleiten.

Im November überbrachte uns Herr Schmelter Post aus Tezpur, eine Mappe mit Briefen, Bildern und Fotos aus der oben genannten Schule.

Zu Weihnachten schickten wir erstmals Weihnachtsgrüße mit gebastelten Weihnachtssachen nach Indien, mittlerweile gehen regelmäßig mehrmals im Jahr Briefe der Kinder und des Kollegiums nach Tezpur.


3. Aktionen der Grundschule Ehrentrup zur finanziellen Unterstützung der Partnerschule

Im Januar 2005 widmeten wir die S t e r n s i n g e r – A k t i o n, die seit 2001 an unserer Schule jedes Jahr im Januar durchgeführt wird, erstmals den Kindern der Partnerschule in Tezpur. In den bisherigen Aktionen spendeten die Schülerinnen und Schüler von ihrem

 

Taschengeld an katholische Einrichtungen.
(Sternsinger-Aktionen sind in einer überwiegend evangelischen Region den Schülern kaum bekannt. Es war Intention der Fachgruppe „Religion“ an unserer Schule, diese Aktion auch evangelischen Schülern nahe zu bringen. So wurde mit Hilfe des  Pfarrers der katholischen Kirchengemeinde von Lage  diese Aktion bei uns in der Schule  im Jahr 2001 etabliert.)

Unsere Schüler hatten durch die Besuchsprojekte mit den Gästen aus Indien eine Beziehung zu Indien und Kenntnisse über die soziale Lage der Menschen und vor allem der Adivasi-Kinder. Somit war die Entscheidung, das Geld aus der Sternsinger-Aktion den Schülern in Tezpur zu spenden, folgerichtig und für unsere Schüler pädagogisch sinnvoll und für die Eltern nachvollziehbar und konsequent. Seitdem wird jedes Jahr im Anschluss an die Weihnachtsferien die Sternsinger-Aktion in unserer Schule mit Beteiligung der beiden Pfarrer der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde durchgeführt. Jedes mal denken wir an die besondere Situation der Schüler unserer Partnerschule, die unter erschwerten Bedingungen lernen. So konnten wir durch unsere Spenden die Erweiterung des Schulgebäudes in Tezpur unterstützen. Viele Dankesschreiben erreichten uns in den vergangenen Jahren. Auch wurden Geschenke von den Schülern aus Tezpur gemalt und gestaltet und uns über die Gossner Mission in Berlin zugesandt. Auf einer Informationstafel in unserer Schule werden Eltern und Besucher unserer Schule darüber ausführlich informiert.


Das Projekt „Sternsinger-Aktion in unserer Schule – Schülerinnen und Schüler der Grundschule Ehrentrup sammeln, als Könige verkleidet, für Kinder in Not“ - wurde bei einem von der Lippischen Landeskirche ausgeschriebenen regionalen Wettbewerb mit einem Sonderpreis in Höhe von 250,- € ausgezeichnet.

Bei der Preisverleihung in unserer Schule war neben Vertretern der Lippischen Landeskirche auch Bischof Lakra aus Indien zugegen, der sich zu der Zeit in Lippe aufhielt. Die Freude über die Auszeichnung war groß, wir teilten den Betrag und gaben Bischof Lakra die Hälfte mit nach Indien für die Schule in Tezpur.


Im Sommer 2005 feierten Schüler und Lehrer in Tezpur als Dank für das von uns gespendete Geld ein Partnership-Festival. (Siehe Foto auf der 1. Seite) Wir erhielten im Oktober 2005 einen herzlichen Brief von der Schulleitung, den Lehrern und Schülern, in dem von dem Fest berichtet wurde.


In den regelmäßig stattfindenden Schulgottesdiensten (Abschlussgottesdienst der 4. Klassen und Einschulungsgottesdienst am Vorabend des 1. Schultages) wird an die Partnerschule in Indien gedacht und um eine Kollekte gebeten.

 

Anlässlich eines Schulsportfestes zur EM im Sommer 2008 konnten die Besucher für einen Einsatz von 50ct bei einem Elfmeterschießen für unsere Partnerschule auf Tore schießen, in denen Sportlehrer als Torhüter standen.

 

Die Partnerschaft wurde in den vergangenen Jahren vertieft und ausgebaut. Wenn die Schule in Tezpur eines Tages über Computer mit Internetanschluss verfügt, streben wir auch Email-Kontakte an. Zurzeit werden CDs mit Filmbeiträgen über unser Schulleben erstellt, die mit der nächsten Schul-Post nach Indien gehen.

 

Um die Nachhaltigkeit dieser Eindrücke, die bei den Begegnungen mit den Gästen  aus Indien entstanden, zu stärken, entstand 2003  der Wunsch nach einer Kontaktmöglichkeit über die Projekttage hinaus, die uns das Jahr über erhalten bleibt. Wir wünschten uns eine dauerhafte Verbindung zu einer Schule, um uns austauschen zu können und voneinander zu lernen. Wir wollten den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Ehrentrup die Lebenswelten von Kindern aus anderen Ländern und Kulturkreisen nachhaltig nahe bringen mit dem Ziel, diese zu achten und wertzuschätzen.

 


Aktuelle Termine